Arbeitszeitmodell der Schule Hesterberg

Ausgangslage
Im Schuljahr 1993/1994 wurden insgesamt 237 Schülerinnen und Schüler an der Schule Hesterberg beschult. Nur vier Jahre später im Schuljahr 1997/1998 hatte sich die Jahresschülerzahl mit 614 mehr als verdoppelt.
Zu diesem Zeitpunkt erhielten alle Lehrkräfte der Schule eine Stunde Ermäßigung für Besprechungen. Die erhöhte Fluktuation der Schülerinnen und Schüler bedeutet ein Mehr an Gesprächen zwischen Bezugslehrkräften und Klinik und Bezugslehrkräften und den Heimatschulen. Diese zusätzliche Belastung für die Bezugslehrkräfte führte zu einer Diskussion innerhalb des Kollegiums in Bezug auf den Umfang der Ermäßigungsstunden und die Aufgaben der Lehrkräfte.
Um eine Grundlage für ein verändertes Arbeitszeitmodell zu haben, füllten die Lehrkräfte der Schule den untenstehenden Vordruck im Kalenderjahr 1999 wöchentlich aus.

Mod1

Die Auswertung ergab eine Jahresarbeitszeit von 960 bis 2530 Stunden und eine durchschnittliche Jahresarbeitszeit von 1835 Stunden. Ähnliche Ergebnisse ergab auch die Arbeitszeituntersuchung von Mummert + Partner für Sonderschullehrkräfte.

Die Bereiche „SchülerInnenangelegenheiten“ und „Kommunikation“ machten zusammen bis zu 35% der Arbeitszeit von Bezugslehrkräften aus. Dies unterstrich die Notwendigkeit, die Arbeitszeit der Lehrkräfte unabhängig von der Pflichtstundenzahl neu zu gestalten.

Projektteilnahme
Im Frühjahr 2000 schrieb das Bildungsministerium die Teilnahme an zwei aufeinander aufbauenden Projekten zur Neubestimmung der Arbeitszeit der Lehrkräfte aus. Am 07.05.2000 beschloss die Lehrerkonferenz die Teilnahme an den Modellprojekten.

Mod2

Im Schuljahr 2000/2001 beteiligte sich die Schule Hesterberg zusammen mit zwei weiteren Schulen an dem Projekt „Aufgabenanalyse/Aufgabenkritik in Schulen“. Ziel war es, unterrichtsbezogene Aufgaben und sonstige schulische Aufgaben systematisch zu erfassen und einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Dies sollte Überlast abbauen, Freiräume für neue Aufgaben schaffen, Kernbereiche pädagogischer Arbeit in den Vordergrund stellen und Ansätze zu verändertem Den­ken und Handeln schaffen.
In den beiden folgenden Schuljahren nahm die Schule Hesterberg mit drei anderen Schulen an der „Erprobung eines neuen Arbeitszeitmodells für Lehrkräfte“ teil. Aufgrund der Datenerhebung 1999 und der Beschäftigung mit dem Thema entwi­ckelte die Schule Hesterberg auf der Grundlage des zu erprobenden Grundmodells ein Arbeitszeitmodell und erprobte dieses schon im Schuljahr 2001/2002. Seitdem ist dieses Arbeitszeitmodell durch kontinuierliche Evaluation weiterentwickelt worden.